Isarkiesel-Sedimentgesteine


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Sedimentgesteine:

Gerölle und Geschiebe aus den Nördlichen Kalkalpen und dem Alpenvorland


alpiner Buntsandstein
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Alpiner Buntsandstein

Quarzsandstein mit kieseligem Zement, das Material ist terrigenen(festländischen) Ursprunges. Er ist das älteste Gestein in der Sedimentationsfolge der nördlichen Kalkalpen. Sowohl zeitlich als auch in seinen Bildungsbedingungen entspricht dieser dem Buntsandstein wie er auch in der germanischen unteren Trias anzutreffen ist. Gesteine des Permoskyth sind in den bayer. Alpen sehr selten, wie z.B. am Geigerstein bei Lenggries, im weiteren Alpenbereich, z. B. südlich Wörgl verbreitet.
Alter: Oberes Perm bis untere Trias (Skyth)
Steckbrief zum Gestein


Verrucano
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Anmerkung zum alpinen Buntsandstein:

Verrucano

Die meist roten, fein- bis grobklastischen Sedimentgesteine sind kontinentale, fluviatile Ablagerungen eines trockenen Klimabereiches. Es handelt sich i.a. um Abtragungsmaterial des variskischen Gebirges.
Im Bild ein solches konglomeratisches bis brekziöses oberpermisches Geröll vom Iseo See.


alpinerMuschelkalk
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Alpiner Muschelkalk

Der Begriff Alpiner Muschelkalk ist ein Sammelname für verschiedene alpine Gesteine der mittleren Trias der nicht etwa auf besonderen Fossilreichtum hinweist (eher das Gegenteil ist der Fall) sondern als reine Altersbezeichnung gedacht ist. (Etwa gleiches Alter wie der Muschelkalk der germanischen Trias.)
Hier ein fast schwarzes Geröll mit auffallend vielen weissen Calcitadern und "Rostflecken" (poröse Anwitterungsflecken).
Der Fund kann wohl den Reichenhaller Schichten (bzw. Gutensteiner Kalk, s. Erläuterungen der Geol. Karte Bayerns 1996) zugerechnet werden.
(Anm: Schwarze Kalksteine sind auch in anderen triassischen Einheiten anzutreffen wie z.B. im darüber folgenden unteren Wettersteinkalk einschl. Partnachkalke)
Alter: mittlere Trias (Anis)
Steckbrief zum Gestein


Wurstelkalk
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Wurstelkalk

Dunkelgrauer (etwas bläulich erscheinender) knolliger Kalk mit unruhiger, wulstig-wellig erscheinender Schichtoberfläche.
Aufgrund dieses Merkmales handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um ein Gestein aus dem alpinen Muschelkalk .
Der meist dunkelgraue bis schwarze Kalk des alpinen Muschelkalkes, der oft stark mit weissen Kalzitadern durchsetzt ist, kann von anderen dunklen Kalken der alpinen Trias nur sehr schwer unterschieden werden.
Alter: mittlere Trias (Anis)


Alpiner Muschelkalk
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Alpiner Muschelkalk in den Alpen:

Unterer alpiner Muschelkalk " Wurstelkalk " am Gjaidsteig, nahe Bärnalpl.
Der Gjaidsteig, ein schmaler Streifen aus Reichenhaller Schichten zwischen Wettersteinkalkmassen, ist die einzige gangbare Verbindung über die Vordere Karwendelkette zum Karwendeltal.


Wettersteinkalk Riff
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Wetterstein Riffkalk

Massiges bräunlichgraues Riffgestein.
Hauptriffbildner waren Kalkschwämme und Mikroorganismen.
Ehemalige Hohlräume im Riffbereich wurden mit Calcit ausgefüllt.
Es handelt sich bei diesen Hohlraumfüllungen um anorganische Kalkausscheidungen.
Kugelige bis elliptische, mit Calcit gefüllte Hohlräume aus dieser Einheit werden als Grossoolithe bezeichnet.
Alter: mittlere Trias (Ladin)
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grossoolith
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Grossoolith

in Wettersteinriffkalk.


Wettersteinkalk mit Dasycladaceen
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Wettersteinkalk mit Dasycladaceen

Dasycladaceen, Grünalgen, können massenhaft in der geschichteten Lagunenfazies des Wettersteinkalkes auftreten.
Es handelt sich in der Abbildung wohl primär um Diploporen eingebettet in Kalkschlamm.
Farbe: Grauweiss bis hellgrau, gefleckt.
Alter: Mittlere Trias (Ladin) - Mittlerer Abschnitt des Wettersteinkalkes
Vorkommen: Weit verbreitet im Karwendel und im Wettersteingebirge:
Zugspitze, Benediktenwand, Wendelstein, Birkkarspitze, Bettelwurf.
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geiersteingipfel
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Wettersteinkalk in den Alpen:

Am Geierstein (bei Lenggries) ist heller Wettersteinkalk am Gipfel aufgeschlossen.


Wettersteinkalk
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Wettersteinkalk

hier in rauhwackenartiger Ausprägung.
Die Hohlräume sind auf nachträglich gelöste Evaporitkristalle zurückzuführen.
Andere Bezeichnung: Messerstichkalk. Der Name kommt wohl von den kleinen Löchern, welche die Oberfläche übersäen.
Farbe: Meist sehr hell, weisslich bis weissgrau.
Alter: Mittlere Trias (Ladin), Oberer Wettersteinkalk
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bleierz_poliert
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Bleierz im Wettersteinkalk:

Der obere Wettersteinkalk enthält gelegentlich Bleierze bzw. Blei-Zinkerze, so auch in der Quellregion der Isar im Hinteren Karwendel. Diese wurden in früherer Zeit an etlichen Stellen der nördl. Kalkalpen abgebaut.


Wettersteindolomit
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Dolomit

Das weisse bis gelblich-graue Gestein hat hellere Farbtönungen als der ähnliche Hauptdolomit, es könnte sich um Wettersteindolomit handeln.
Die Dolomitsierung (Umwandlung von CaCO3 in CaMg(C03)2 ) führte zu einer Volumenverminderung des Gesteines.
In entstandenen Poren konnten kleine Dolomitkristalle wachsen, die gegen das Licht glitzern.
Unterscheidung zu Kalkstein: Im Gegensatz zu Kalkstein zeigt Dolomit bei Kontakt mit verdünnter Salzsäure keine aufschäumende Reaktion.
Alter: Mittlere Trias (Ladin)
Vorkommen: Vereinzelt im Wettersteinmassiv, weiterhin z.B. südl. des Inns zwischen Rattenberg und Wörgl. Sehr starke Zunahme der Verbreitung Richtung Osten (Berchtesgadener Gebiet), darum auch als Ramsaudolomit bezeichnet.


Wettersteindolomit am Wörgler Berg
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Wettersteindolomit, Anmerkung:

Frische Bruchfläche eines Wettersteindolomites.
Das brekziierte Gestein besteht hauptsächlich aus kristallinem, splittrig brechendem Dolomit, der brüchige Felswände ohne erkennbare Schichtung ausbildet.


Raibler Rauhwacke
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Rauhwacke

sicherlich den Raibler Schichten zugehörig.
(Rauhwacken sind auch in den Reichenhaller Schichten vertreten, z.B. nördl. Karwendelkette)
Die Struktur entsteht durch Auflösung von leichter löslichem Material, d.h. durch unterschiedliche Verwitterungsbeständigkeit der einzelnen Komponenten.
Dolomitgerüst und ausgelaugte Gipsbestandteile.
Alter: Obere Trias (Karn)
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Rauhwacke am Breitenstein
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Exkurs zum Wettersteindolomit:

Am Breitenstein ist Raibler Rauhwacke am Anstieg zum Gipfel aufgeschlossen.


Raibler Sandstein
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Raibler Sandstein

Es ist ein grauer bis grau-bräunlicher, schlecht sortierter Sandstein.
Das Bindemittel ist kieselig, es sind reichlich Feldspatbruchstücke unterschiedlicher Grösse enthalten.
Das Gestein kann wohl als Feldspatgrauwacke eingeordnet werden.
Vorkommen z.B. am Nordabfall des Karwendelgebirges.
Das Material ist terrigenen Ursprunges(Verwitterungsschutt eines nahen Festlandes).
Alter: Obere Trias (Karn)
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Aufschluss_Raibler_Schichten
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Raibler Schichten in den Alpen:

Aufschluss von steil gestellten Raibler Schichten etwas östlich des Überschalljoches (Karwendel).
Im Hintergrund der Schuttstrom der Brandlrinne und Wettersteinkalk des Massives um die Gamskarspitze.


Onkolith
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Onkolith

ziemlich sicher aus den Raibler Schichten.
Onkoide sind kugelförmig bis unregelmässig geformte Algenbälle (Sphaerocodien) mit konzentrischer Lamellenstruktur.
Teilweise asymmetrische Formen aufgrund von periodischen Wachstumsschwankungen.
Die Sphaerocodienbänke sind für die Raibler Schichten charakteristisch.
Sehr ähnliche Gesteine können aber auch anderswo auftreten.
Alter: Obere Trias (Karn)
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Anschliff_Onkolith
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Onkoide:

Nah - Makroaufnahme

eines Anschliffes. Es ist gut erkennbar, wie die Algen Schalenbruchstücke umkrusten.


stromatolitischer Kalk
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Stromatolith

Es sind Algenmatten, bestehend aus feinlagigen, gekräuselten Algen - Laminae, wie sie im Tidenbereich, also dem Ebbe-Flutbereich, an der Riffrückseite entstehen.
Diese Dolomit- und Kalkgesteine sind im Wettersteinkalk und im Hauptdolomit häufig anzutreffen.

Farbe: meist sehr hell, weisslich bis blassbräunlich.
Alter: Mittlere Trias (Ladin) und Obere Trias (Nor)
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Hauptdolomit
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Hauptdolomit

Stark klüftiges Gestein.
Charakteristisch sind die kantigen Ausbrüche an der Oberfläche, die durch die starke Zerklüftung aufgrund tektonischer Brekziierung des Gesteines gefördert werden.
Hauptdolomit ist das am weitesten verbreitete Gestein der nördlichen Kalkalpen.
Beispiele: Kramer, Schinder, Herzogstand, Hochfelln.
Farbe: Meist Grautöne manchmal bräunlich.
Alter: Obere Trias (Nor)
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gebankter Hauptdolomit
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Hauptdolomit im Gebirge:

Hauptdolomit auf dem Weg zur Fereinalm nördl. des Seinsbaches (Vorkarwendel)
Der hier deutlich geschichtete Dolomit zeigt zum Teil sehr gut seinen feinlaminaren Aufbau.


Oelschiefer
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Ölschiefer

Im Hauptdolomit finden sich gelegentlich Einschaltungen von Asphaltschiefer(Ölschiefer), ein bitumenreicher, feinstgeschichteter Dolomit - Mergel.
Etwa auf halber Strecke zwischen Vorderriss und Wallgau, am Schröfeln, wurde das Gestein (mit einem Bitumengehalt bis zu 30%) abgebaut.
Durch Verschwelung wird aus dem brennbaren Ölschiefer das sog. Steinöl gewonnen welches als Rohstoff u.a. für die Herstellung von Ichtyol verwendet wird.
Farbe: schwarz, gräulich bis bräunlich.
Alter: Obere Trias (Nor)
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brekziierter Hauptdolomit
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Hauptdolomitbrekzie

tektonisch zerbrochener und wieder " ausgeheilter " Dolomitstein (Calcium-Magnesiumkarbonat).
Hauptdolomit ist nicht nur das Hautgestein sondern auch aufgrund seiner Brüchigkeit der Hauptgesteinsschuttbildner der Nördlichen Kalkalpen.
Farbe: meist bräunlich oder Grautöne.
Alter: Obere Trias (Nor)


hauptdolomitschutt
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Hauptdolomit, Verwitteung:

Der tektonisch brekziierte Hauptdolomit zerfällt in eckigen, scharfkantigen Grus. Er verursacht oft Muren und grosse Schutthalden.


Schoettelkarspitze
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Hauptdolomit im Gebirge:

Blick von Süden auf den Gipfel der Schöttelkarspitze (Soierngebiet).
Das Baumaterial ist Hauptdolomit und Plattenkalk aus der oberen Triaszeit.


Kössener Schillkalk
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Schillkalk der Kössener Schichten (Kössener Kalk)

Es sind dunkle, hellgrau bis gelblich verwitternde Kalke mit teiweise ausserordentlich vielen Fossilien.
Die eingeschlossenen Fossilien sind vorwiegend zusammengeschwemmte Schilllagen, also Schalenreste, von Muscheln und Brachiopoden (Brachiopoden, auf deutsch Armfüßer, sind muschelähnliche zweiklappige, seßhafte Meeresbewohner).
Alter: Obere Trias (Rhaet)
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Leonhardstein
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Schillkalk:

Die Anwitterungsfläche einer Kalkbank der Kössener Schichten zeigt den ausserordentlichen Fossilreichtum dieser Schichten.
Fundort: Lahnenwiesgraben westlich von Farchant (bei Garmisch Partenkirchen).


Kössener Korallenriffkalk
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Korallenkalk

Kalkstein mit Korallen der Kössener Schichten.
Es dominiert die Korallengattung Thecosimilia
Die Kössener Schichten sind i.a. tonig mergelige, oft fossilreiche Ablagerungen zwischen den Riffbereichen. Sie entstanden in etwa zeitgleich wie die Oberrät - Riffkalke (s.o.)
Alter: Obere Trias (Rät)
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fossile Koralle
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Fossile Korallen:

Die riffbauenden Korallen der alpinen Trias werden der Unterklasse der Hexacorallia zugerechnet. D.h. die Scheidewände, Septen, treten in der Sechszahl bzw. vielfachen von sechs, in zyklischer Anordnung, auf.
Das Vorkommen reicht von der Trias bis heute.


Oberraet Riffkalk
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Oberrät - Riffschuttkalk

heller Kalkstein der Riffrückseite, z.T. mit weissen Flecken und braunroten Drucksuturen.
Fossile Riffkomplexe: Während der Riffkern durch +- intakten, nicht verfrachteten Organismenreichtum charakterisiert ist (z.B. Korallenstöcke),
ist die ehemals dem offenen Meer zugewandte Riffvorderseite durch umgelagerte und zementierte Biogene aus dem zentralen Riffbereich gekennzeichnet.
Die geschützte Riffrückseite ist durch gebankte Kalkschlammablagerungen mit geringerer Organismendiversität charakterisiert.
Beispiele: Ross- Buchstein, Plankenstein, Brünnstein.
Alter: Obere Trias (Rät)
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Leonhardstein
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Fossile Riffe im Gebirge:

Blick vom Leonhardstein nach Westen auf Buch- und Rossstein.
Das Baumaterial der beliebten Kletterberge ist Oberrhät - Riffkalk, in welchem hier häufig Korallen der Gattung Thecosimilia zu finden sind.


Lias Fleckenmergel
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Lias Fleckenmergel (=Allgäuschichten)

Die den Namen liefernden Flecken sind Spuren von Wohn- und Fressbauten von Würmern.
Die dunklen Farben gehen auf feinverteilten Pyrit (FeS2) zurück.
Die relativ weichen, leicht erodierbaren Gesteine bilden aufgrund ihres Mergelreichtumes häufig Almböden und fungieren zudem als Grundwasserstauer.
Alter: Unterer Jura (Lias)
(Kreidezeitliche Flyschkalksteine weisen mitunter auch häufig Spurenfossilien auf, die eindeutige Bestimmung am Fundstück ist darum nicht 100% sicher.)
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allgaeuschichten
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Fleckenmergel in den Alpen:

Am Heuberg (bei Nussdorf am Inn) ist das Gestein mit den typischen dunklen Flecken am Gipfel aufgeschlossen.


bunter Kalk aus dem Jura
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Roter bzw. bunter Jurakalk

In der Jurazeit treten neben den üblichen graugetönten Kalken und Mergelkalken gehäuft auch rote bis rötliche sowie gelbliche bis grünliche (also "bunte") Kalke in Erscheinung.
Im Bild ein roter, stark klüftiger Kalk mit farbkräftiger, feinkörniger Grundmasse.
Die sog. roten Marmore (wurden/werden) in verschiedenen Steinbrüchen als Dekorsteine abgebaut. Es ist liaszeitlicher Adneter Kalk oder sehr ähnlich ausgebildeter malmzeitlicher Ruhpoldinger Marmor. Weiterhin von historischer Bedeutung ist der etwas buntere malmzeitliche Tegernseer Marmor sowie der weissgefleckte liaszeitliche Hierlatzkalk.
Alter: Unterer Jura (Lias)und oberer Jura (Malm)
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Bunter Jurakalk Karwendelmulde
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Bunter Jurakalk, ein Beispiel:

Bunter Jurakalk aus dem Bereich der Jura-Kreidemulde (sog. Karwendelmulde) östlich von Mittenwald.
Aufnahme nördl. Zunderweidkopf mit Blick Richtung Norden auf den Signalkopf (Vorkarwendel).


roter Kalk aus dem Jura
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Crinoiden - Schuttkalk (Hierlatzkalk)

- (Beispiel eines bunten kalkalpinen Juragesteines)

Vorwiegend aus Fossilschutt bestehend, auffällig sind insbesondere Seelilienstielglieder (weisse Flecken).
Andere Bezeichnung: Hierlatzkalk
Das Gestein wurde ehemals bei Mittenwald abgebaut und aufgrund seiner guten Polierbarkeit unter der Bezeichnung "Mittenwalder Marmor" in den Handel gebracht.
Alter: Jura (Lias)
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Bunter Jurakalk Karwendelmulde
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Mittenwalder Marmor, ein Dekorgestein:

Ehemaliger Steinbruch im unteren Marmorgraben, nördlich Mittenwald, welcher einen polierbaren " Marmor " lieferte.


Adneter Kalk
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Ruhpoldinger bzw. Adneter Kalk

typisch rote plattige bis dünnbankige Knollenkalke, teilweise von rotbraunen zackigen Lösungsnähten(Suturen) durchzogen.
Die Knollenbildung geht auf langanhaltende Kompaktion und gleichzeitiger Drucklösung des Sedimentes in grösserer Wassertiefe zurück.
Das Gestein ist oftmals reich an Ammoniten, die allerdings meist sehr schlecht erhalten sind.
Ruhpoldinger Kalk (Malm), wurde als Dekorstein sehr oft verwendet. Aktuell wird er nicht mehr abgebaut.
Der teilweise sehr ähnliche Adneter Kalk ist ein geschätzter Dekorstein, der auch heute noch gewonnen wird.
Alter: Oberer Jura (Malm) (oder Adneter Kalk: Unterer Jura (Lias))
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Ammonit-Adneter-Schichten
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Fossilien im " Ammonitico Rosso ":

Ammonit in einem rotem Juraknollenkalk.
Die Herauspräparierung des Fossils erfolgte durch länger anhaltende Verwitterungseinflüsse auf die freigelegte Gesteinsoberfläche.
(Gefunden von: T. Fohr)


Aptychenschichten
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Bunte Aptychenschichten

diese entsprechen den Bunten Ammergauer Schichten.
Es sind rote pelitische (sehr feinkörnige) Schlammkalke oder Mergel.
Die rote Farbe ist mehr oder weniger mit grauen bis graugrünen gefleckten bis schlierigen Bereichen durchsetzt.
Alter: Oberer Jura (Malm)
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Aptychus
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Erläuterung: Aptychus:

Ein Aptychus ist muschelschalenähnliche Struktur aus Kalzit.
Aptychen sind Teile des Unterkiefers von Ammoniten. Wahrscheinlich dienten sie ausserdem als Mündungsdeckel.


Hornsteinkalk
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Hornsteinkalk

dunkle Hornsteinlagen in Kalkstein eingelagert.
Die Kieselsäure kann fein im Gestein verteilt sein oder sich in Form von Knollen anreichern.
Sie entstammt vorwiegend aus Skelettnadeln von Kieselschwämmen sowie in geringerem Umfange von Radiolarien (planktonische Einzeller mit Kieselskelett).
Alter: Jura (Lias oder Dogger)
Steckbrief zum Gestein


Hornsteinknollenkallk
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Definition des Begriffes Kieselstein:

Kieselsteine

(im strengen Sinne):

Im Radiolarit tritt die Kieselsäure vorwiegend an Organismen, den Radiolarien gebunden, auf. Diese sind mehr oder weniger in ein toniges Bindemittel ohne Kalkanteil eingebettet. Es ist ein Gestein der Tiefsee.

Im Kieselkalk sind kieselige Organismen, Radiolarien und Schwammnadeln, in eine kalkige oder mergelige Grundmasse eingelagert. Die Kieselsäure kann dabei durch Wanderungsvorgänge diffus, nicht mehr an die Organismenreste gebunden, verteilt sein.

In Hornsteinkalken ist die Kieselsäure (egal welcher Herkunft) sekundär in Form von Linsen, Knollen, Bändern angereichert.
Die schwarze Farbe des Hornsteins beruht auf der Absorption des Lichtes durch den feinkristallinen Chalzedon.
In prähistorischer Zeit wurde Hornstein als Feuerstein bzw. zur Herstellung von Schneidewerkzeugen etc. verwendet.


Kieselkalk
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Kieselkalk

Dunkelgraues, im nassen Zustand schwarzes Gestein mit ziemlich grosser Festigkeit.
Die Festigkeit ist durch den hohen, homogen und fein verteilten Kieselgehalt bedingt.
Aufgrund der Sprödigkeit erscheint das Gestein stark gequält, man kann an der Äderung aus weissem Calcit mehrere zeitlich versetzte Bruch- und Ausheilungsphasen erkennen.
Herkunft: Juraablagerungen der Kalkalpen ( oder Flyschzone ?)
Alter: Jura (Unterkreide)


Radiolarit
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Radiolarit

kieseliges Gestein aus den nördlichen Kalkalpen, Ablagerung der Tiefsee.
Farbe meist rot, aber auch schwarz oder grünlich.
Aufgrund der Sprödigkeit meist stark zerbrochen und von vielen, mit Kalkspat gefüllten, Klüften durchzogen.
Das kieselige (aus SiO2 bestehende) Material stammt aus dem "Skelett" von planktonischen Einzellern, den sog. Radiolarien.
Schichtbezeichnung: Ruhpoldinger Radiolarit
Alter: Oberer Jura (Malm)
Steckbrief zum Gestein


Tegernseer Marmor
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Tegernseer Marmor

typisch roter, knollig-flasriger Kalkstein (eigentlich kein Marmor, da nicht metamorph).
Das teilweise fossilreiche, bunte Gestein wurde poliert häufig als Dekorstein in repräsentativen Bauten verwendet.
Der Stein wird heute nicht mehr abgebaut.
Alter: Oberer Jura (Malm)


Portal Preysingpalais
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Die Struktur des Tegernseer Marmors:


Tratenbachschichten
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Gesteine der Cenomanserie

beschränken sich nicht nur auf das Cenoman (Unterste Stufe der Oberkreide) sondern reichen höher in die Oberkreidezeit.
Neben Mergeln und Sandsteinen treten als Charakteristikum Konglomerate und Brekzien auf.
Vor allem in den Losensteiner Schichten (bei Lenggries ähnlich als Tratenbachschichten) und Branderfleckschichten.
Hier solch ein konglomeratisches bis brekziöses Gestein aus dem Randbereich zwischen nördlichen Kalkalpen im S und Flysch im N (Randcenoman), wohl den Tratenbachschichten entstammend.
Herkunft: NE Lenggries, Tratenbach.
Alter: Oberkreide bis Alttertiär
Steckbrief zu Brekzien


polierter-Anschliff-polymikte-Brekzie
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Zur Struktur der polymikten Brekzien:

Polierter Anschliff.
Als Komponenten enthalten sind neben vulkanischen Gesteinen gelbe feinkörnige Dolomite, Quarze, Kristallingesteine und andere Gerölle aus dem Gesteinsspektrum der nördl. Kalkalpen, z.T. allothigener(exotischer) Herkunft.


Brekzie Cenoman
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Oberkreidezeitliche Brekzie

(im Allgemeinen)
Enthalten können sein entweder nur klastische Komponenten aus dem Kalkalpin der nächsten Umgebung (Bild links unten) oder aber auch von weiter her herangeschaffte Bestandteile wie z.B. helle Quarze oder weiterhin auch " exotische Komponenten ", z.B. Gneis, Glimmerschiefer, Serpentinit usw. (siehe Tratenbachschichten).
Gesteine des Cenoman sind meist klastisch-brekziös oder konglomeratisch und lagern den unteren Schichten diskordant, also nicht parallel, auf.
Dies ist ein Hinweis, dass vor und während der Ablagerung dieser Gesteine bereits starke tektonische Aktivitäten, Verstellungen des Untergrundes (darum auch die vermehrte Brekzien- und Konglomeratbildung) sowie Abtragungsvorgänge an älteren Schichten stattgefunden haben.
Alter: Untere Oberkreidezeit (Cenoman und jünger)
Steckbrief zu Brekzien


Cenoman Aufschluss Gipel Roetelstein
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Was ist Cenoman?

Gestein des Cenoman nimmt die Gipfelregion des Rötelsteins (N des Herzogstand-Heimgartenmassives) ein. Es sind vorwiegend Sandsteine und Brekzien verschieden grober Körnung.


Einschub: Neben der Cenomanserie sind auch die Gesteine der im Bereich der Nördlichen Kalkalpen abgelagerten Gosaugruppe (etwas jüngere) synorogen gebildete Sedimente der Oberkreidezeit.
Näheres hierzu siehe: Geologische Kartierung der Gosaumulden von Rigaus und Schorn: Westabschnitt und Ostabschnitt.


Reiselsberger Sandstein
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Reiselsberger Sandstein bzw. Grauwacke

Der Hauptsandstein der Flyschzone, reich an Quarz, Glimmer und Gesteinsbruchstücken ist kalkig bis tonig gebunden.
Er kann fein- bis grobsandig, teilweise auch brekziös oder konglomeratisch ausgebildet sein.
Im Gelände tritt er meist dickbankig auf.
Eine Grauwacke ist ein Sandstein, der reich an Gesteinsbruchstücken ist.

Alter: Untere Oberkreide (Cenoman)
Steckbrief zum Gestein


Reiselsberger-Sandstein
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Ein Aufschluss von Reiselsberger Sandstein in den Voralpen:

Die Anhöhen z.B. westlich Benediktbeuern sind aus Flyschgesteinen aufgebaut.
Im Bild ein Aufschluss von feiner sandigem, glimmerreichem, massig ausgebildetem Reiselsberger Sandstein am Pessenbach.


Flyschsandstein
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Flyschsandstein

mit schichtinterner Fältelung
Tonige und fein- bis grobsandige Sedimente gleiten im noch weichen Zustand oft vom Kontinentalrand in die Tiefsee ab.
Dabei entsteht aufgrund der unterschiedlichen Absetzgeschwindigkeit eine typische Ablagerungsreihenfolge, die mit grobem Material beginnt und nach oben zu immer feiner wird.
Aufgrund von Nachrutschungen in den noch nicht verfestigten Ablagerungen entstehen auch schichtinterne Fältelungen.
Alter: Oberkreide
Steckbrief zum Gestein


Zementmergel
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Flyschwechselfolge:

Aufschluss im Flysch am Aufacker bei Oberammergau.
Zu sehen ist eine (tektonisch senkrecht gestellte) typische Wechselfolge aus Mergelsteinen sowie Kalkmergelsteinen und Tonsteinen aus der Oberkreide.


Flyschkalkstein
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Flyschkalkstein

Hier ein stark zerklüfteter, fossilleerer Schlammkalk.
Die Dunkelfärbung der Kluftflächen ist auf Eisen bzw. Manganoxide zurückzuführen.
Die Farbe des Gesteins ist im frischen Zustand grau, verwittert zeigen Flyschkalke bzw. -mergel meist gelb-beige-braun Töne.
Alter: Kreide bis Alttertiär
Anm: Starke Zerklüftung zeigen teilweise auch triassische und jurassische Pelite (= Schlammkalke), die Zuordnung zum Flysch darum nicht 100 % sicher.


Flyschberge
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Definition der Flyschzone:

Die Flyschzone ist der den Kalkalpen vorgelagerte, meist bewaldete, mittelgebirgsähnliche Bereich, welcher vorwiegend aus Ton- und Sandsteinen in zyklischem Wechsel aufgebaut ist.
Ansicht von SE auf die aus Flysch aufgebauten Berge NW von Unterammergau.(Hochschergen bis Hohe Bleick)


Gruensandstein
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Gault- Grünsandstein

Es sind graue und grünliche, zum Teil auch karbonatisch gebundene, glaukonithaltige, Quarzsandsteine oder Quarzgrauwacken.
Das Gestein ist sehr hart.
Bei oberflächlicher Verwitterung nehmen die Sandsteine eine bräunliche Farbe an aufgrund der Umwandlung des Glaukonites in Limonit.
Herkunft: Entweder aus der Helvetikum-Zone (dort Garschella Formation) oder aber aus dem Flysch, sog. Quarzit - Serie bzw. Gault-Flysch.

Alter: Kreidezeit (Alb, Apt)
Steckbrief zum Gestein


Stallauer Grünsandstein
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Technische Nutzung der Sandsteine in der Vergangenheit:

Der nahe Bad Heilbrunn vorkommende oberkreidezeitliche Stallauer Grünsandsteinder Helvetikumzone enthält viel Glaukonit.
Zermahlen diente das Material als Pigment zur Farbherstellung. Vorwiegend wurden daraus aber Schleifsteine hergestellt.


Lithothamnienschuttkalk
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Lithothamnienschuttkalk

Das Gestein besteht fast ausschliesslich aus organischem Material
Neben Bruchstücken von Lithothamnien (Rotalgen mit feiner, gitterartiger Zellstruktur) treten Nummuliten, Discocyclinen sowie diverse andere Kleinforaminiferen auf.
Grobkörnigere Varietäten wurden wegen ihrer Oberflächenstruktur als Granitmarmor bezeichnet.
Z.B. in den alten Münchner Friedhöfen häufig als Grabstein anzutreffen.
Alter: Tertiär (Eozän)


polierter Anschliff Lithothamnienkalk
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Nah - Makro:

Ein polierter Anschliff eines fossilreichen Gesteines aus der Helvetikumzone.


Nummulitenkalk
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Nummulitenschichten

Die Nummulitenschichten bestehen aus fossilreichen Kalksteinen bis Kalksandsteinen.
Im Bild mit zwei grossen Nummuliten, weiterhin Discocyclinen usw.

Die Nummulitenschichten gehören der Helvetikum-Zone an.
Als Helvetikum wird eine schmale Zone am Nordrand der Alpen zwischen Flyschzone und Molasse bezeichnet, die Richtung Westen (Schweiz) immer mehr an Bedeutung zunimmt.


Enzenauer Marmor
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Enzenauer Marmor

Ein Kalksandstein. Die eingeschlossenen Fossilien sind grosse kalkschalige Foraminiferen (einzellige, den Meeresboden bewohnende Lebewesen, Nummuliten).
Das Gestein wurde in der Vergangenheit unter dem Namen Enzenauer Marmor öfters als Denkmalgestein verwendet, z.B. Wittelsbacherbrunnen am Lenbachplatz in München.
Ähnlich: Gesteine der Adelholzener Schichten

Alter: Tertiär (Eozän)


Kressenberger_Eisenerzgestein
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Eisenerz:

Am Kressenberg (b. Teisenberg) beinhaltet das Helvetikum ehemals bedeutende Eisenerz- vorkommen, die aber heute nicht mehr abgebaut werden. Das Brauneisen liegt in Form von Ooiden im Gestein vor. Die scheibenförmigen Komponenten sind Nummuliten.


Assilina
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" Urtierchen ":

Makroaufnahme eines einzelligen "Urtierchens" (Assilina) aus den Schichten des Helvetikums.



Cyrenenschichten
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Cyrenenschichten

Sandstein der Faltenmolasse in den Tonmergelschichten, hier mit massenhaft auftretenden Muschelschalen.
Es handelt sich wohl in der Hauptsache um Cyrenen (Polymesoda).
Das Gestein entstammt sicherlich den marinen Bausteinschichten der Brackwassermolasse.
(" Cyrenenschichten ").
Herkunft: Umgebung von Bad Tölz.

Alter: Tertiär (Oligozän)


Molassesandstein Turmschnecken
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Mergel mit vielen Turritellen

Mergel (also ein Gestein aus Kalk und Ton in unterschiedlichen Mengenanteilen) aus der gefalteten Molasse, hier mit vielen Schneckenschalen.
Die angeschnittenen Fossilien sind Turritellen (Turmschnecken) mit sehr guter Erhaltung.
Das Gestein entstammt höchstwahrscheinlich den Tonmergelschichten. Herkunft: z.B. Umgebung von Bad Tölz.
Alter: Tertiär (Oligozän)


Tonmergel-Aufschluss
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Ein Aufschluss von Molassegestein:

In der Abbildung eine einzelne Molassesandsteinbank, nahezu senkrecht aufgerichtet, innerhalb steilstehender Tonmergelschichten.
Molasse, Oligozän (Rupel) an der Ammer (westl. Saulgrub)


Bausteinschichten
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Molassesandstein

Sandstein der Faltenmolasse, sicherlich aus den Bausteinschichten.
Das Gestein ist calcitisch gebunden. Als Komponenten treten fein- bis mittelkörnige Gesteinsbruchstücke aus Kalk und/oder Dolomit, Quarz und evtl. Feldspatkörner sowie Glimmer auf. Diffus fein verteilte schwarze Pünktchen sind Pyrit, Leukoxen und andere Schwermineralkomponenten. Es können auch schwarze Komponenten vorkommen, dabei handelt es sich um Pflanzenreste.
Der Sandstein ist unverwittert meist grau, verwittert herrschen gelbe bis gelbbraune Töne vor.
Auffällig an diesem Exemplar sind die eingeschlossenen Schalenreste.
Sandsteine aus den Bausteinschichten wurden häufig als Baumaterial verwendet. Herkunft: Umgebung von Bad Tölz.

Alter: Tertiär (Oligozän)


Flinz
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Flinzsandstein

Hier ein schwach gebundener Sandstein mit hohem Gehalt an Glimmerplättchen (" Flinserln ").
Es handelt sich beim Flinz um feinsandige, schluffige bis mergelige Fluss- und/oder Seeablagerungen.
Er unterlagert im Raum München den etwa 10 m mächtigen würmeiszeitlichen Deckenschotter.
Der Flinz ist das jüngste Schichtglied der Oberen Süsswassermolasse.
Alter: Tertiär


Flinz-Aufschluss
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Flinz:

Im Renaturierungsbereich der Isar (im Bereich München) ist Flinzsandstein an einigen Stellen frisch aufgeschlossen.
An der Schichtgrenze Schotter/Tertiär treten am Isarhochufer an vielen Stellen Quellen auf, welche früher der Wasserversorgung der Stadt dienten.


Konglomerat
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Konglomerat

Konglomerate sind verfestigte Schmelzwasser-Schotterfelder, welche sich im Vorfeld von Endmoränen abgesetzt haben. Das Bindemittel ist Calcit.
Die Geröllbestandteile umfassen ein weites Spektrum an Gesteinen alpiner Herkunft welche mit den Gletschern der letzten Eiszeiten herantransportiert wurden. Nagelfluh ist die lokale Bezeichnung für ein jungtertiäres, grobkörniges, zum Teil löcheriges Konglomerat des nördlichen Alpenrandbereiches.
In Süden von München schneidet sich die Isar in die harten Nagelfluhbänke und Deckenschotter ein. Bis zum Ausbau der Isar fungierten diese, auch im Hinblick auf den Kristallingesteinsanteil, als wichtige Geschiebelieferanten.

Alter: Quartär, Tertiär

Bild: Nagelfluhfelsen am Isartalhang


Molassekonglomerat-Aufschluss
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Molassekonglomerat:

Aufschluss eines tertiären Molassekonglomerates

an der Ammer (westl. Saulgrub, "Scheibum").
Bei älteren Konglomeraten aus dem Tertiär sind die Hohlräume zwischen den Geröllkomponenten vollständig ausgefüllt, das Gestein wirkt betonartig.
Sog. Untere Bunte Molasse, Oligozän (Chatt)


Loesskindl
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Lösskindl

Kalkkonkretion aus der Eiszeit
Helle, sehr feinkörnige Grundmasse aus Kalk. Enthalten sind auch feinste Hellglimmer- und Quarzbruchstücke.
Charakteristisch sind die vielfältigen Knollenformen.
Löss ist ein eiszeitliches, äolisches (durch Wind angewehtes) Staubsediment mit hohem Kalkgehalt (bis 20 %), sowie weiterhin Quarz und andere Mineralkomponenten.
Lösskindl entstehen durch die Ausscheidung von Kalk aus kalkreichen Sickerwässern im tieferen Lösshorizont.
Alter: Quartär (Pleistozän)


Loesslehm
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Münchner Ziegeleirohstoff:

Lösslehm, entsteht durch verwitterungsbedingte Entkalkung von Löss.
Die einige Meter mächtige Lehmzunge zwischen Berg am Laim und Ismaning lieferte das Rohmaterial der ehemaligen Ziegeleien.
Baugrubenaufschluss in München-Steinhausen.


Kalktuff
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Kalktuff

Im Alpenvorland an vielen Stellen anzutreffende Ablagerung, die in nicht wenigen Steinbrüchen aufgrund seiner Eignung als Baustein abgebaut wurde.
Z.B. Kalktuffbruch bei Polling.
Viele alte Kirchen und Bauernhöfe etc. im Alpenvorland wurden aus diesem Material gebaut.
Kalktuff entsteht durch den Entzug von Kohlensäure aus kalziumkarbonatreichen Wässern und der damit einhergehenden Ausfällung von kohlensaurem Kalk unter Mithilfe von diversen Mikroorganismen in fliessendem Wasser.
Alter: Quartär (Holozän)


Kalktuff Pflanze
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Pflanzenreste in Kalktuff:

Blätter in einem Kalksinter.
Fundort in der Umgebung von Polling.
Sehr häufig sind Blätter, Stängel usw. vom Kalktuff umschlossen.
Auch Pflanzen entziehen dem Quellwasser CO2 und tragen damit zur Ausscheidung des Kalkes bei.


Inhalt:


Isar Kiesel Steine, Allgemeines zur Herkunft und zur Gesteinskunde der Kieselsteine


Kristalline Gesteine, Steine aus den Zentralalpen und besondere Funde


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