Isarkiesel-Kristallingesteine


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www.isar-kiesel.de: Kristallingesteine, Metamorphite

Gerölle und Geschiebe aus Zentralalpen und Grauwackenzone


Die kristallinen Gesteine sind im Einzugsgebiet der Isar und ihrer Zuflüsse nicht im anstehenden geologischen Gesteinsinventar vorhanden.
Es ist ausschliesslich Moränenmaterial, das über Gletscher herantransportiert wurde.
Der Hauptanteil davon entstammt einem Seitenarm des Inngletschers, der über den Seefelder Sattel (Mittenwald) den Isargletscher speiste.
Das Nährgebiet des Inngletschers erstreckte sich über Ötztaler Alpen, Silvretta, Unterengadin bis in das Oberengadin.
(Würmeiszeit, ca. 110000 bis ca. 10000 Jahre vor unserer Zeit).
Die Gneise aus dem Ötztal und Silvretta können ein Alter bis zu 450 Mio. Jahre aufweisen.
Die Gesteine des Unterengadin (sog. Unterengadiner Fenster) sind jünger, jura- und kreidezeitlich. Es handelt sich hierbei um Ablagerungen des sog. Penninischen Ozeanes, die im Zuge der Gebirgsbildung unter dem Ostalpinen Deckensystem zu liegen kamen.
Die alpinen Kristallingesteine wurden früher öfter als Urgesteine bezeichnet in der (irrigen) Annahme, dass sie immer älter sind als die Sedimentgesteine der Kalkalpen.


Alpengeologie Ostalpen
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Alpen Geologie (westl. Ostalpen)
Die drei Hauptdeckensysteme der Alpen, das Helvetikum (grün) und Penninikum (rot) zusammen als Westalpin bezeichnet, sowie das Ostalpin (gelb) repräsentieren ursprünglich getrennt liegende Bildungsräume. Nach ihrer Entstehung wurden diese im Zuge der Kontinentalbewegungen sehr stark zusammengeschoben und übereinander gestapelt.
Die paläogeografische Einheit des Helvetikums am Nordrand der Tethys (im Bereich der europäischen Kontinentalplatte) kam unten zu liegen.
Die oben auflagernde Decke des Ostalpin, Austroalpin, lag am weitesten im Süden am Rande des Afrika vorgelagerten Mikrokontinents Apulia.
Siehe: <Alpengeologie>


Quarz
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Quarz

metamorph gebildeter Quarz des zentralalpinen Kristallin.

Quarz ist als Kluftfüllung in Schiefern, Gneisen und anderen kristallinen Gesteinen der Zentralalpen verbreitet.
Meist sehr hell, milchig durchscheinend, Hauptbestandteil ist Siliziumdioxid, als Nebengemengeteil tritt meist Glimmer auf.
Durch weitere Beimengungen können auch rötliche, bräunliche oder gräuliche Färbungen auftreten.
Meist massiges Erscheinungsbild, bei höherem Glimmeranteil auch mit angedeuteter Schieferung.
Quarzkiesel sind aufgrund der Sprödigkeit des Materiales oft nur kantengerundet oder schlecht gerundet.

Herkunft: Zentralalpen oder Grauwackenzone


Bergkristall
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Exkurs Quarz:

Bergkristall

In einigen Regionen der Alpen treten Mineralien in Form von Kristallen in Klufthohlräumen auf welche durch Zerrungskräfte während der Gebirgsbildung entstanden.
Diese Hohlräume füllten sich in der Tiefe mit heissen, mineralhaltigen Wässern. Die Kristallbildung erfolgte durch langsame Abkühlung im Verlaufe des Aufstieges und der Abtragung des Gebirges.


Metagranit
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Juliergranit

Der Juliergranit ist ein Leitgeschiebe des Inngletschers.
Das Gefüge des Metagranits ist noch gut zu erkennen.
Durch eine schwache Metamorphose ist der Biotit in Chlorit umgewandelt.
Blaugrün: Saussuritisierte (=umgewandelte) Plagioklase (Chlorit-Epidot-Filz).

Alter: Spätvariszischer Granit des Unterostalpins (Alter: ca. 300 Millionen Jahre, Karbonzeit)

Herkunft: Julierpass (Engadin), westl. St. Moritz
-> Vegleichsprobe vom Julierpass (T. Fohr, 2013)


glaziale verfrachtung inngletscher groesseres Bild

Exkurs Fliessgeschwindigkeit des Gletschers:

Die Fliessgeschwindigkeit des Inngletschers wird einige Dezimeter pro Tag betragen haben. Die Reisezeit des Juliergranites betrug bei einer zurückgelegten Strecke von ca. 300km wohl um die 3000 Jahre
(~ 100 m/Jahr).


Granodiorit
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Granodiorit

Das Gestein besteht vorwiegend aus Feldspäten (hell) sowie schwarzem Glimmer und Hornblende (schwarz) sowie etwas Quarz (durchscheinend-fettglänzend).
Aufgrund der mineralogischen Zusammensetzung und der Gefügemerkmale kann der Stein als Granodiorit angesprochen werden obwohl es sich mit ziemlicher Sicherheit nicht um ein Intrusivgestein sondern um einen Metamorphit handelt.

Herkunft: Ostalpines Kristallin (Ötztaler Alpen oder Silvretta)


Tonalit
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Exkurs zu einem Beispiel eines granitartigen Gesteines aus den Südalpen:

Nicht am Nordrand der Alpen, aber in den Südalpen z.B. am Iseo See und Gardasee, finden sich oft Tonalit Gerölle (Granodiorit mit überwiegend Anorthit).
Die Platznahme dieser Magmatite erfolgte längs des Periadriatischen Bruchsystems, welches die tektonische Grenze zwischen (geologisch definiertem) Ostalpin und Südalpin bildet.
Herkunft: Adamello, Alter: Tertiär, vor ca. 40 - 30 Millionen Jahren.


Gabbro
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Meta - Gabbro

Bei diesem Geröll handelt es sich um ein grobkörniges, schwarz-grünliches Gestein.
Das primäre magmatische Gefüge ist noch gut erkennbar. Hauptkomponenten sind Pyroxene, welche häufig mehr oder weniger stark in Amphibole umgewandelt sind. Dies kann von Hornblendesaumbildung bis zu vollständiger stofflicher Umwandlung unter Beibehaltung der ursprünglichen Kristallform (Pseudomorphose) reichen. Als grünliche Komponenten können neben Hornbelnde auch noch Epidot und/oder Chlorit auftreten.
Alter: Paläozoikum
Herkunft: Nördliche Grauwackenzone (evtl. Marchbachjoch bei Wörgl) oder penninische Ophiolitkomplexe.


Glimmerschiefer
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Glimmerschiefer

Im Bild ein stark gefältelter Quarzglimmerschiefer.
Hauptgemengeteile sind Glimmerteilchen, die (im Unterschied zu Phylliten) mit blossem Auge erkennbar sind.
Metamorphe Schiefer haben einen geringen Feldspatgehalt kleiner 20 Prozent (ab 20 Prozent als Gneis definiert).
Die in den Zentralalpen teilweise weit verbreiteten Schiefer (z.B Innsbrucker Quarzphyllit) werden aufgrund ihres hohen Glimmergehaltes als Flussgeschiebe sehr schnell "aufgerieben" und sind darum seltener zu finden.


Hornblendegarbenschiefer
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Hornblendegarbenschiefer

Der Hauptgemengeteil des metamorphen Gesteines ist grünlich schwarze Hornblende in nadeliger, langprismatischer Ausbildung.
Die Hornblendenadeln erscheinen verfilzt, häufig in einer Art, welche an Garben erinnert.
Die Grundmasse besteht vorwiegend aus Feldspat, Quarz, Glimmer.
Vorkommen: Zentralalpen


Gneis
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Gneis

(im Allgemeinen)

Grobkörniges, lagiges Gefüge aus Feldspäten, Quarz und Glimmer (Muskovit und Biotit).
Gneise sind metamorph gebildete Gesteine mit mehr oder weniger stark ausgeprägtem Parallelgefüge.
Ausgangsgesteine können sowohl Sedimentgesteine als auch Tiefengesteine sein.
Gneise können eine deutliche Schieferung aufweisen.
Die Zuordnung zu Gneis oder Schiefer geschieht über den Feldspatgehalt.
> 20 % Fsp = ; Gneis, < 20 % Fsp = Schiefer

Die Benennung von Gneisen erfolgt nach charakteristischen Gemengeteilen oder nach Gefügemerkmalen.


Blockhalde
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Exkurs zu einem Gneisaufschluss im Silvretta:

Gneis bildet an Bergflanken aufgrund von Frostverwitterung durch Bergstürze und Steinschlag ausgedehnte Blockschutthalden.
Silikatische Gesteine sind im Hochgebirge oft von grünen Flechten besiedelt, welche an die alpin-arktischen Bedingungen angepasst sind.
Auf dem Weg zur Zamangspitze. (Silvretta)


Flasergneis
Augengneis
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Flasergneis, Augengneis

(Linkes Bild, Benennung aufgrund der Gefügeeigenschaften)
Es ist eine Gneis-Varietät mit flasrigem Gefüge. Geprägt wird das Gestein durch linsenförmig ausgeprägte Feldspäte (und Quarze), die im Zuge der Gesteinsmetamorphose unter gleichzeitiger Scherbewegung in etwa augenförmig gesprosst sind
Die schwarzen Mineralen, welche die Feldspataugen schuppig umlagern, sind Glimmer (Biotit).


Glimmerergneis
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Glimmergneis

(Rechtes Bild, Benennung aufgrund der Gemengeteile)
Das charakteristische Gemengeteil dieser Gneise ist Glimmer.
Herkunft: Ostalpines Kristallin (Ötztaler Berge, Silvretta)


Basalt
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Basalt

Es handelt sich um ein mittel- bis grobkörniges basaltisches Ganggestein.
Auffällig sind hier die zentimetergrossen Plagioklasleisten, die sich in einigen Bereichen sperrig verschränken. In diesem Falle spricht man von ophitischem Gefüge.

Alter: Paläozoikum
Herkunft: Nördliche Grauwackenzone.


Grauwackenzone
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Exkurs Erläuterung des Begriffes der Grauwackenzone:

Zwischen den nördl. Kalkalpen im Norden und dem Altkristallin im Süden zieht sich in einer Länge von ca. 300 km und einer N-S Erstreckung von ca. 20 km die Grauwackenzone hin. Es herrschen sanftere Bergformen vor. Die paläozoischen, vorwiegend feinklastischen Gesteine (Schiefer) sind oft von basischen und sauren Ergussgesteinen durchsetzt. Die GWZ ist die stratigraphische Unterlage der nördlichen Kalkalpen.


Metabasalt
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Metabasalt

Es sind allgemein Abkömmlinge basischer Eruptiva.
Grünschiefer ist ein öfter verwendeter Name für grüne metamorphe Basalte obwohl diese Grünsteine meist keine Schiefer im eigentlichen Sinne sind.
Farbgebend sind Epidot, Chlorit und Aktinolith, entstanden durch sekundäre Veränderung von ursprünglich dunklen Mineralien.
Als mehr oder weniger synonyme Bezeichnungen tauchen in der Literatur auch Prasinit, Metaspilit, Grünstein, Metadiabas oder Diabas auf.
Herkunft:
1: Ozenabodenbasalte des Penninikum der Zentralalpen, Engadin oder Tauern (z.B. Grossglockner).
2: Paläozoische Gesteine der Grauwackenzone oder dem Ostalpinen Kristallin, (Ötztaler Alpen oder Silvretta).
(Auffällig sind z.B. die nicht seltenen, grünen Gerölle, im Innkies z.B. bei Kufstein)
Es sind in diesem Falle wohl entweder effusive (an der Oberfläche ausgeflossene) Basalte oder flach in der Erdkruste erstarrte Basaltgänge.


Metabasalt Dünnschliffabbildung
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Exkurs mikroskopische Bilder von einem Metabasalt:

Ein Metabasalt unter dem Polarisationsmikroskop.
Dünnschliffbilder. Foto: Prof. Dr. H. Heinisch


Ultramafit
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Ultramafitit

Ein schweres, schwarz-braun angewittertes, sehr zähes Gestein.
Enthalten sind neben (umgewandelten) Pyroxenen evtl. Olivin sowie ein nicht unerheblicher Erzanteil (Magnetit?)
Das Geröll gehört zur Gruppe der Ophiolithe. Es sind Gesteine der ehemaligen ozeanischen Kruste des penninischen (piemont-) Ozeanes die nicht subduziert (verschluckt) wurden.
Herkunft: Penninikum des Engadiner Fensters (oder nördl. Grauwackenzone).


Serpentinit-Penninikum
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Exkurs Erläuterung des Begriffes Penninikum:

Dem Penninikum, einem der drei Hauptdeckensysteme der Alpen, entstammen die manchmal in der Isar zu findenden grünlichen Metabasalte und Serpentinite. Siehe Penninikum.

Serpentinit
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Serpentinit

(Erläuterungen siehe auch Ultramafitit) Ein mafisches, d.h. mit Siliziumdioxid untersättigtes metamorphes Gestein.
Das Ausgangsgestein war reich an magnesiumreichen Mineralien wie z.B. Pyroxenen die als +- rechteckige Formrelikte erkennbar sind.
Der linke, grünere Bereich ist stärker serpentinisiert.
Im Anschliffbild (siehe Vergrösserung) sind links im braun-beigen Bereich die Formrelikte noch erkennbar.
Die Serpentinisierung ist hier im Vergleich zum vorhergehenden Beispiel stärker fortgeschritten.
Herkunft: Engadiner Fenster (Penninikum) oder nördl. Grauwackenzone.


Amphibolit
Amphibolit massig ausgebildet
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Amphibolit, Hornblendegneis

oberes Bild mit ausgeprägt paralleler Einregelung (Schieferung) der Mineralien, vorwiegend Hornblende (dunkel) und Feldspat (hell).
Die zwei ehemaligen Brüche quer zur Schieferung sind mit Epidot verheilt.
Im unteren Bild ein massig ausgebildeter, grobkörniger Amphibolit mit sog. " granoblastischer " Struktur.
Hornblendegneise bzw. Amphibolite kommen relativ oft im kristallinen Anteil des Geröllspektrums der Isar vor.

Ausgangsgesteine der Amphibolite sind basaltische Gesteine oder Mergel.
Herkunft: Silvretta (untergeordnet evtl. Ötztaler Alpen)


Geschiebe an der Ill
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Exkurs Silvretta:

Am Aufbau des Kristallins der Silvrettasind neben hellen Gneisen und Schiefern zu einem hohen Anteil auch dunkle Biotit- und Hornblendegneise sowie Amphibolite beteiligt.
Geschiebe an der Ill bei St. Gallenkirch, Vorarlberg


Epidot

Epidot - Amphibolit

Das gelbgrüne Mineral Epidot ist in kristallinen Kieselsteinen häufig anzutreffen so wie hier in diesem Epidotamphibolit. Oft tritt Epidot auch als Kluftfüllung auf. Als Mineral des mittleren Metamorphosegrades bildet er sich in einem Temperaturbereich von ca. 500 bis 600 Grad bei Drücken von 4 - 12 kbar (das entspricht einer Tiefe von 15 bis 40 km).


Granatamphibolit
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Granatamphibolit

Grobkörniges metamorphes Gestein mit richtungslosem Gefüge.

Die rotbraunen Kristalle sind Granat, dazwischen Hornblende (schwarz) und Plagioklas (weiss).
Nicht selten sind Übergangsformen zwischen Granatamphibolit und Eklogit (siehe nächstes Bild) zu finden.

Herkunft: Ostalpines Kristallin, Silvretta


Granat
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Granate

sind Minerale metamorpher Entstehung. Die meist roten Kristalle haben eine sehr hochsymmetrische (kubische) Struktur. Sie kristallisieren häufig in Eigengestalt (idiomorph) als sog. "Rhombendodekaeder" aus.


Eklogit
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Eklogit

Grundmasse vorwiegend aus Pyroxen (wohl vorwiegend hellgrüner Omphacit). Weiterhin Kyanit, Hornblende, Zoisit, Plagioklas.
Darin eingebettet Granatkristalle welche randlich meist nachträglich in Hornblende umgewandelt sind.

Das Ausgangsmaterial (Edukt) sind z.B. Ozeanbodenbasalte die durch tektonische Vorgänge (Subduktion) in grosse Tiefen gelangt sind und sehr hohen Drucken
(>10 kbar, entspricht einer ungefähren Versenkungstiefe von >30km)
ausgesetzt waren.
Herkunft: z.B. Ostalpines Kristallin, Silvretta.


Rhyolith
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Rhyolith

Es handelt sich um ein silizium(=quarz)reiches Gestein mit vulkanitischen Gefügemerkmalen.
Die Einsprenglinge sind meist klarer, durchsichtiger Quarz sowie Feldspat (rot) und etwas Biotit (schwarz).
Um den Quarz sind hier rötliche Säume, bei welchen es sich wohl um Quarz-Feldspatverwachsungen handelt. Auch einige rötliche Feldpat-Punkte sind erkennbar. Es könnte sich um Sphärolithe ( = kugelförmige Einschlüsse) handeln.
Die Grundmasse, vorwiegend aus Feldspäten ist relativ grob.
Herkunft: Wohl westliche Kalkalpen, z.B: Vorkommen am Arlberg.


Etschtal Vulkanite
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Exkurs Vulkangesteine des Etschtales:

Vulkanite sind als Isargeröll sehr selten, im Etschtal ab Bozen dagegen sehr häufig anzutreffen.
Es sind die Gesteine der sog. Bozener Porphyrplatte.
Bekannt ist z.B. der rote Bozener Quarzporphyr (Bild unten, links), ein Rhyolith mit Quarzeinsprenglingen,
häufig als Pflasterstein verwendet.
Alter: Perm
Im Bild verschiedene Effusiva, Fundort: Gardasee


Porphyrit
Andesit Anschliff
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Porphyrit

Porphyrit ist die paläovulkanitische Bezeichnung für alte, quarzarme porphyrische Vulkangesteine (z.B. Andesit, Dazit etc.).
Das vulkanitische, bzw. porphyrisches Gesteinsgefüge ist charakterisiert durch grosse Einsprenglinge, meist Feldspäte, aber auch Hornblende und andere mafische Minerale in dunkler, feinkörniger, dichter Grundmasse deren Komponenten mit den Augen nicht erkennbar sind.
Sehr ähnlich kann Basalt aussehen. Der Unterschied zu Andesit liegt in einem etwas niedrigeren SiO2 Gehalt im Basalt. Eine sichere Unterscheidung ist nur über chemische Analyse möglich.
Bei den grossen Kristallen handelt es sich hier um Feldspäte (Plagioklase), in der Grundmasse vorwiegend Hornblende, auch Quarz etc.
Im unteren Bild der Anschliff eines etwas weniger alterierten (umgewandelten) Gerölles mit fast schwarz erscheinender Grundmasse und weissen Plagioklaseinsprenglingen. Eine alternative Bezeichnung wäre Plagioklasporphyr.

Triaszeitliche Vulkanite in den Trentiner Südalpen: Melaphyr, Porphyr. Plutonite: Monzonit, Granit.
Die Eruptiva von Predazzo und Umgebung, Fleimstal.


Ganggestein
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Ganggestein i. A.

Es handelt sich meist um Spaltenfüllungen aus magmatischem Material.
Auffällig sind hier die blasenartigen calcitischen Nester.
Weiterhin Feldspat und mafische Minerale als stark zersetzte Einsprenglinge.
Eine Einregelung ist nicht zu erkennen.
Die Grundmasse besteht vorwiegend aus Feldspat, evtl. Calcit und dunklen Mineralen.


Diorit-Porphyrit
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Exkurs Ganggesteine des variskischen Basements:

Vorwiegend aus Gneisen und Graniten bestehende Gesteinsserien charakterisieren den geologischen Aufbau z.B. des Bayerischen Waldes. Dieses vortriassische Grundgebirge tritt auch in den Alpen, wie z.B. im Kern des Tauernfensters, zu Tage. Es bildet die Unterlage der im Mesozoikum abgelagerten Sedimentabfolgen. Dieses Grundgebirge wurde nicht selten von Ganggesteinen, z.B. variszischen Porphyriten, durchschlagen.


Marmor
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Marmor

Es ist ein vollkristalliner, (fast) ausschliesslich aus Calcit bestehender, Metamorphit.
Die Kristalle des feinkörnigen Marmors in der Grösse < 1mm sind mit blossem Auge erkennbar.
Als Nebengemengeteile treten hier vorwiegend Hellglimmer sowie selten Epidot(grün) auf.
Marmore treten in den Zentralalpen, z.B. im Ötztaler Altkristallin manchmal auf.
Gewerblich werden oft auch polierbare Kalksteine als Marmor bezeichnet, diese Nomenklatur ist aber gesteinskundlich nicht korrekt.


Tektonische-Brekzie
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Tektonische Brekzie

(Protokataklasit)
Das stark beanspruchte Gestein entsteht an tektonischen Scherzonen sowie an der Basis tektonischer Decken bei hoher, ruckartiger Deformationsgeschwindigkeit in relativ geringer Tiefe.
Dies sind typische Erdbebenszenarien.
Sprödes Zerbrechen des Gesteins herrscht unter diesen "kalten" Bedingungen vor. Es entsteht ein brekziöses Gefüge.
Die Risse und Sprünge sind hier mit glasiger Substanz ausgefüllt, dem sog. Pseudotachylit.
Herkunft z.B. Silvretta


Pseudotachylit
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Pseudotachylit

der schwarze, glasig-dichte Bereich ist das Produkt extremer Zerkleinerung und teilweiser Aufschmelzung des Nebengesteins. Das glasartige Gefüge entsteht aufgrund der darauffolgenden schnellen Abkühlung.
Äusserlich ist es Tachylit, also basaltischem Glas, sehr ähnlich.

Das Gestein stammt i.d. Regel von der Basis der Silvrettadecke, (Reibungsglas, aufgeschmolzen an der Überschiebungsbahn der Silvrettadecke auf das Penninikum. Fundorte z.B. Unterengadiner und Gargellen Fenster).
Aufschlüsse finden sich z.B. bei Samnaun.


Mylonit
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Mylonit

Während tektonische Brekzien in geringer Erdtiefe entstehen bilden sich Mylonite in grösserer Tiefe an tektonischen Bewegungsbahnen. Wegen der höheren Belastungsdrucke und Temperaturen kommt es zu Mineralumwandlungen und Neubildungen. Es sind aber auch noch mehr oder weniger Porphyroklasten, Relikte des Ausgangsgesteins, erkennbar. Neben der spröden tritt auch plastische Deformation auf, das Gestein erscheint wie ausgewalzt. Aufgrund der Zermahlung und Zerscherung entsteht ein geflammt wirkendes feinlagiges Fliessgefüge.


migmatit
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Migmatit

Es ist ein hochmetamorpher Gneis.
Unter teilweisem Aufschmelzen des metamorphen Gesteines bilden sich helle Partien ,Leukosom, granitartiger Zusammensetzung mit einem hohen Anteil an Quarz und Feldspat.
Im dunklen Restgesteinsanteil, dem Melanosom, reichern sich mafische Minerale wie Biotit, Hornblende usw. an.
Das wechselhafte Gefüge, eine diffuse, ader- oder/und lagenförmiger Anordnung sowie die Bildung von Fliessfalten ist Resultat der teilweisen Aufschmelzung des Gesteines.


Ergänzung (Anthropogene Einträge etc.)


Ziegelstein
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Ziegelstein

Neben Ziegelsteinen sind nicht selten auch aufgearbeitete Asphalt- und Betonreste (die leicht mit Konglomeraten verwechselt werden können), aufgearbeitete Glasscherben, Steinzeug, Bahnschotter usw. zu finden.


Malmkalk
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Malmkalk

Heller, etwas gelblich-beiger Kalkstein, hier mit Rückenansicht eines Ammoniten.
Im Zuge der Renaturierung der Isar zwischen Flaucher und Deutsches Museum werden Kalkblöcke aus der fränkischen Alb in grossen Mengen zur Uferbefestigung verbaut.
Er gehört somit nicht zum natürlichen Gesteinsinventar der Isar.
Malmkalk des oberen Jura ist in München erst in über 2 km Tiefe anzutreffen.
Das Kluftgrundwasser dieses Gesteines mit einer Temperatur von ca. 90 Grad soll in nächster Zukunft zur Energieerzeugung der Landeshauptstadt genutzt werden (Geothermie).


Kalkofenbeschickung
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Kalkofenbeschickung

Dieser Gneis ist versehentlich in einem Kalkofen gelandet.
Der Quarzanteil wurde oberflächlich und an den Klüften ausgeschmolzen.
Es hat sich ein glasiger Überzug gebildet.
Die vorwiegend aus Kalk bestehenden Isargerölle wurden früher als Rohstoff zur Herstellung von gebranntem Kalk, wie er z.B. zur Herstellung von Mauermörtel gebraucht wird, verwendet.
Dank an den Finder Tom Fohr.


Schlacke
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Schlacke

Das stark poröse Fundstück zeigt ein rostiges Erscheinungsbild, ist vergleichsweise schwer und minimal magnetisch.
Schlacken entstehen im Schmelzfluss als Nebenprodukt z.B. bei der Eisengewinnung aus Gangart (=Begleitmineralien von Erzen) und Zuschlagstoffen. Sie sind vorwiegend ein Gemisch u.a. aus verschiedenen Oxiden (auch Eisenoxid, welches das rostige Erscheinungsbild hervorruft).


Granit Porphyrisch
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Granit

Dieser porphyrische Granit enthält bis zu mehrere Zentimeter grosse Feldspateinsprenglinge.
Es sind keine Spuren einer metamorphen Überprägung erkennbar.
Im Einzugsgebiet des Isar- oder Inngletschers sind solche Gesteine nicht anzutreffen. (Evtl. Bergell ?)
Eine alpine Herkunft ist daher eher unwahrscheinlich.
Es handelt sich wohl um einen paläozoischen Granit wie er z.B. im Bayerischen Wald anzutreffen ist.
Im Münchner Raum finden sich auch granitische Steine im Flussbett. Es handelt sich meist um ehemalige Bordsteinkanten, Kopfsteinpflaster, Fassadenverkleidungen usw.
Erkennbar ist dieses Material meist an der eckigen Oberfläche mit erst beginnender Kantenrundung.


Weitere bemerkenswerte Funde


Amorpher Quarz
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Amorpher Quarz

rot-schwarz schlieriges Gefüge.
Herkunft: ?


Brachiopodenschill
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Schillkalk

Das biomikritische Gestein besteht fast gänzlich aus weissen Schalen umgeben von grau-brauner kalkiger Grundmasse
Bei den Fossilien handelt es sich wohl um Brachiopoden
Herkunft: Wahrscheinlich oberer Plattenkalk oder Kössener Schichten
Alter: Wohl obere Trias (Nor - Rhaet)


kieselkalk-lineation
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Kieselkalk

mit auffällig linearem Gefüge.
Die dunkleren Bereiche sind Hornsteinlagen, die helleren Bänder sind calcitisch.
Bildbreite ca. 4cm
Herkunft, Alter: ? Evtl. alpiner Jura


pyroxen-gruen
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Grünes Mineral in hochmetamorphem Gneis

Bildbreite ca. 2,5 cm
Es handelt sich wahrscheinlich um Omphacit oder Chromdiopsid.
Herkunft: Zentralalpen


Intraklasten
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Tempestit ?

Anschliff eines hier sehr farbenfrohen Karbonatgesteines
Die plattigen Fragmente könnten Intraklasten sein.
Bildung durch Eintrocknung und Verstellung der teilweise schon verfestigten Partikel im Gezeitenbereich.


Pseudo - Meteorit
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Pseudo - Meteorit

Das ca. 5 cm grosse Objekt ist aussergewöhnlich schwer und magnetisch.
Der Anschnitt zeigt, dass es sich wohl um reines Eisen handelt.
(Aufnahme mehrere Wochen nach dem Anschnitt mit deutlichem Rostansatz).
Die erste naheliegende Vermutung, dass es sich um einen Eisenmeteoriten handeln könnte, hat sich leider nicht bestätigt.
(Herzlichen Dank für die Bestimmungshilfe an den Generalkonservar der Mineralogischen Staatssammlung München).


Inhalt:


Isar Kiesel Steine, Allgemeines Wissen zur Herkunft und zur Gesteinskunde der Kieselsteine


Sedimentgesteine, Kieselsteine aus den Nördliche Kalkalpen und dem Alpenvorland


Literatur, Links


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