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| Allgemeines zu Gesteinskunde und Herkunft der Geschiebefracht der Isar | ||||||
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Farben
von Kieselsteinen
Den größten Anteil nehmen Gerölle mit verschiedensten Grautönungen von fast weiß bis dunkelgrau ein. Auch gelbliche bis bräunlichgraue Farben sind oft vertreten. Es sind meist Kalkgesteine aus der Trias. Bunte, meist rötliche bis rote Gesteine, kamen vorwiegend im Jura zur Ablagerung. Graugrüntöne weisen auf kreidezeitliche Sandsteine hin, während grünliche Kristallingesteine den Zentralalpen entstammen. Quarze sind meist milchig weiß. |
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Hauptbestandteile
der Geschiebefracht
Der weitaus größte Anteil an der Geschiebefracht der Isar besteht aus Sedimentgesteinen der Triaszeit. Es sind vorwiegend Flachwasserkalke und Dolomite sowie Riffkalke, die in den Randbereichen eines Urmeeres namens Tethys gebildet wurden. Sie gehören vorwiegend dem Hauptdolomit, inkl. Plattenkalk (Vorkarwendel, Bayerische Voralpen), sowie dem Wettersteinkalk (vorwiegend aus dem Karwendelgebirge) an. Als Farben herrschen Grautöne in allen Abstufungen vor. Siehe: <Geologische Übersichtsskizze des Isar- und Loisacheinzugsgebietes> |
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> > Erläuterungen, Details zu Gefuegemerkmalen |
Gefügemerkmale
Isarsteine weisen häufig charakteristische Strukturmerkmale auf. Die Korngrößen reichen von feinstkörnig (keine Komponenten erkennbar) bis grobkörnig, wobei die Komponenten sehr gleichartige aber auch ganz unterschiedliche Größen aufweisen können. Meist leicht erkennbar ist auch, ob die Komponenten kristallin ausgeprägt oder sedimentärer Herkunft sind. Auch die stoffliche Zusammensetzung kann recht gleichförmig aber auch sehr vielfältig sein. Die Anordnung der Gesteinskomponenten kann unregelmäßig, sortiert, laminiert oder geschichtet sein. Diese petrographischen Merkmale können meist gut zur Bestimmung der Gesteine herangezogen werden. |
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Gänge
" Adern "
Bei tektonischer Beanspruchung , z.B. in der Nähe von Störungszonen, können Gesteine zerbrechen, die Brüche nennt man Klüfte. Werden diese von kalkhaltigen Lösungen durchströmt, so können die Kluftspalten im Laufe der Zeit ganz mit Calcit ausgefüllt werden. Kieselige Gesteine des Kalkalpin sind besonders spröd und daher oft reich an (verheilten) Brüchen. Klüfte und Gänge in Gneisen und Schiefern des zentralalpinen Bereiches sind nicht mit Calcit sondern mit meist milchig trübem, fettglänzendem Quarz gefüllt. Im Bild ein roter, stark klüftiger Radiolarit. Alter: Oberer Jura (Malm) |
Calcitkristalle
Die alpinen Klüfte sind als tektonische Zerrklüfte, z.B. im Zuge der Heraushebung der Alpen, entstanden. Im Falle der Bildung von spaltenartigen Klufthohlräumen konnten aus den zirkulierenden Salzlösungen wohlgeformte Minerale auskristallisieren. Im Bild Calcitkristalle in einem Klufthohlraum.
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Herkunft der Kieselsteine
Die Schotterkörper im Oberlauf der Isar bestehen vorwiegend aus Erosionsprodukten der Kalkalpen des Einzugsgebietes der Isar. Mit fortschreitender Transportweite nimmt aufgrund des Abriebes der Korndurchmesser der Steine zunehmend ab. In Süden von München schneidet sich die Isar in die harten Nagelfluhbänke und Deckenschotter ein, welche auch im Hinblick auf den Kristallingesteinsanteil, als wichtige Geschiebelieferanten auftreten. Die Schotterbänke der Isar sowie die eiszeitlichen (pleistozänen) Schotter der Münchner Ebene (ein " glazifluviatiler", also aus Schmelzwasserflüssen gebildeter, Schuttfächer mit hohem Rundungsgrad) enthalten Material der Schmelzwasserinhalte aufgearbeiteter Moränen sowie früheres Schottermaterial (der Riß- u. Mindeleiszeit) von Isar- und Inngletscher. Die Gletschervorstösse reichten in den letzten Eiszeiten bis weit ins Alpenvorland. Die Herkunft der Gesteine, die aus den Moränen stammen, kann aufgrund der glazialen Herkunft bis in die Gegend von St. Moritz verfolgt werden. Siehe: <Transportweg des Inngletschers>. Der Schotterkörper der Münchner Schiefen Ebene liegt heute vorwiegend als würmzeitlicher Niederterrassenschotter vor, nur an wenigen Stellen (z.B zwischen Berg am Laim und Ismaning) widerstand älterer Hochterrassenschotter der Abtragungswirkung der würmzeitlichen Schmelzwasserfluten. Die Skizze zeigt die Endmoränenzüge der maximalen Ausdehnung der Gletscherzungen in der Würmeiszeit und der Rißeiszeit sowie angedeutet den Transportweg des Moränenmateriales. Seit dem Ausbau der Isar zum Ende des vorletzten und im Verlaufe des letzten Jahrhunderts (z.B. Sylvensteinspeicher), findet praktisch kein natürlicher Neueintrag von Geschiebematerial mehr statt. |
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> > Erläuterungen, Details zur Formung von Kieselsteinen |
Geröllform
Der Gerölltransport ist Ursache für die An- und Abreicherung von Gesteinen unterschiedlicher Zusammensetzung. Kriterien hierfür sind die Festigkeit, Verwitterbarkeit und Löslichkeit des Gesteinsmaterials. Aus diesem Grunde werden brüchige und sonst leicht zerstörbare Gesteine flussabwärts rasch aus dem Schotter verschwinden. Nur widerstandsfähige Gesteine liefern Gerölle, die längere Zeiträume bestehen können. Es ist dabei weniger die Härte, als vielmehr die Zähigkeit massgebend, ob ein Geröll ausgebildet wird das beständig ist. Zu Unterscheiden sind die zwei voneinander unabhängigen Parameter Geröllform (Gestalt) und Abrundungsgrad > > weiter im Text Abbildung links: Geröll mit fast perfekter Ellipsoid - Form. |
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spröde Deformation:
Bruchstruktur
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(Klein)
Tektonik
Die Alpen sind durch die relative Nord (west) bewegung des Südkontinentes Gondwana, bzw. der vorgelagerten Adriatischen Platte in Richtung Eurasische Kontinentalplatte entstanden. Die dadurch bedingten Deformationsstrukturen im Gebirge sind nicht nur in den über viele Kilometer sich erstreckenden Großfalten und Überschiebungen nachweisbar sondern oft auch bis in den kleinsten Bereich in den Kieselsteinen " eingefroren ". Je nach Tiefenlage und Temperatur zum Zeitpunkt der Einwirkung der tektonischen Kräfte sind spröde Bruchstrukturen oder plastische Fließ- und Faltenstrukturen im Gestein ausgebildet. |
plastische Deformation:
Faltenstruktur
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Versteinerungen
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Fossilien
Mit etwas Glück kann man Fossilien (Versteinerungen) bzw. deren Abdrücke finden. Besonders (makro-)fossilreich sind neben Gesteinen der Kössener Schichten, Riffkalke der oberen Trias, der Allgäuschichten(=Liasfleckenmergel) sowie manche Gesteine des Helvetikum und der Molasse. Hier als Beispiel Gerölle mit Korallen (rechts) und Muschelschalen (links und unten) Alter: Triaskalke der nördlichen Kalkalpen |
Fossile Pflanze ?
Was wie ein Zweig aussieht ist in Wahrheit die Lebensspur eines sedimentfressenden Tieres. Hier ein pflanzenähnliches Tunnelsystem von sich verzweigenden Freßgängen (Chondrites).
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" Krater "
auf der Steinoberfläche
Auf geschotterten Wegen und in Kiesabbauen findet man häufig Kalkausscheidungen auf der Steinoberfläche. Schotterkörper werden von kalkhaltigen Grund- und Sickerwässern durchströmt. Der gelöste Kalk fällt in den Zwischenräumen zwischen den Kieseln aus. Schreitet dieser Prozess voran, d.h. werden die Hohlräume immer mehr durch diesen calcitischen Zement ausgefüllt, so verfestigt sich der Schotter. Es bildet sich ein Konglomerat. Direkt an den Berührungsflächen der einzelnen Gesteine kann kein Kalk ausfallen, so dass runde Löcher ausgespart bleiben welche teilweise durch Drucklösung noch eingetieft sein können. |
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Geschiebe
Als Geschiebe bezeichnet man von Gletschereis (glazial) fortbewegtes Gesteinsmaterial, als Geröll von fließendem Wasser (fluviatil) fortbewegtes Gesteinsmaterial. Isarschotter kann zu einem nicht unerheblichen Anteil als glazifluviatil transportiertes Material eingestuft werden, d.h. er hat beide Transportarten erfahren. Durch die Eisbewegung und die gegenseitige Reibung des Moränenmateriales von Innen- und Grundmoräne wurde das Geschiebematerial unter erhöhten Druckbedingungen geschrammt, gekritzt und poliert. Während die Kritzer schon nach kürzestem Transportweg im fließenden Wasser nicht mehr erkennbar sind lassen Gerölle mit konkaven Formen, ausgeschliffenen Einbuchtungen, ihre Herkunft als vom Gletschereis transportiertes Material erkennen. Sie werden als Kehlgeschiebe bezeichnet. |
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Geologie (Nördl. Kalkalpen und Vorland)
Die Isar durchquert im Alpenbereich zum größten Teil Schichten der Trias (vorwiegend Wettersteinkalk und Hauptdolomit) sowie Jurakalke. Der Hauptdolomit nimmt den flächenmäßig überwiegenden Teil in den nördlichen Kalkalpen ein. Schichten der Kreidezeit und des Tertiärs (Molasse) tragen in untergeordnetem Maß zur Vielfalt der Gesteinsfracht bei. Ein Großteil des Materialtransportes nach Norden fand in den Eiszeiten mit dem Isargletscher als Moränenmaterial statt. Der kristalline Anteil an der Geröllfracht (hauptsächlich Gneise) entstammt ausschliesslich dem von Gletschern herangeschafften Moränenmaterial. Es sind somit Gesteine enthalten, deren Herkunft bis an den Alpenhauptkamm und südwestlich bis in die Schweizer Alpen hinein reicht. Siehe: <Geologie der westl. Ostalpen> |
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Stratigraphie (Schichtenfolge)
Die auf der Seite Sedimentgesteine beschriebenen Kiesel aus den Nördlichen Kalkalpen und nördlich anschliessender Gebiete wurden im Mesozoikum und Känozoikum abgelagert. Sie sind soweit dies möglich ist in chronologischer Reihenfolge aufgelistet. Die für die zeitliche Gliederung verwendeten geologischen Begriffe (z.B. Tertiär, Trias, Skyth, Anis, Ladin , Rät usw.) sowie die grobe zeitliche Einordnung finden sich in der <Stratigraphischen Tabelle>. |
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Sedimentgesteine
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Gesteinsbilder
Die abgebildeten Gesteine sind aufgeteilt auf die Seiten -> Sedimentgesteine und -> Kristallingesteine . Die Sediment- oder Ablagerungsgesteine entstammen vorwiegend den Nördlichen Kalkalpen aus dem Einzugsgebiet der Isar und sind meist Kalke. Die Kristallin- bzw. metamorphen Gesteine entstammen vorwiegend den Zentralalpen und sind meist Gneise. Sie wurden mit dem Gletschereis herangeschafft und machen ca. 15 % des Schottermaterials aus. |
Metamorphe Gesteine
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Klassifikationshinweis:
Die Bestimmung einer größeren Anzahl charakteristischer
Kieselsteine ist relativ einfach möglich,
die korrekte Zuordnung vieler anderer Gesteine ist aber
nicht so einfach durchzuführen.
Der Grund dafür ist, dass zu unterschiedlichen Zeiten ähnliche Ablagerungs- bzw. Bildungsbedingungen vorherrschten, welche darum zur Bildung sehr ähnlicher Gesteine geführt haben. Dies trifft z.B. auf die große Gruppe der mehr oder weniger " grauen Alpenkalke " aus der Trias zu. Für die genaue Bestimmung bzw. der stratigraphischen Zuordnung bedarf es petrographischer und paläontologischer Methoden wie z.B. mikropaläontologische Auswertung des Fossilinhaltes, mikroskopische bzw. polarisationsmikroskopische Untersuchung des Mineralbestandes sowie chemische Analysen. Fotos: Die Durchschnittsgrösse der abgebildeten Kieselsteine ist ca. 5 cm (+/- einige cm). |
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Sedimentgesteine, Steine aus den nördlichen Kalkalpen und dem Alpenvorland
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Kristallingesteine, Steine aus den Zentralalpen und der Grauwackenzone
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