Isar Steine

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Isarkiesel,
die Steine der Isar, korrekt als Gerölle (bzw. Geschiebe) bezeichnet, stammen aus dem Einzugsgebiet der Isar sowie ihrer Zuflüsse, also überwiegend aus den nördlichen Kalkalpen, aber auch aus den Zentralalpen (Kristallingesteine) und aus der nördlichen Voralpenzone.
Der Gesteinsbestand der Isar ist dabei weitgehend identisch mit jenem, welcher auch in allen anderen Flüssen zwischen Lech und Inn, sowie in Kies- und Schottergruben des bayerischen Voralpenraumes und der Münchner Schotterebene zu finden ist.
Die gezeigten Fundstücke entstammen verschiedenen Kiesbänken entlang der Isar zwischen Bad Tölz und Garching sowie einigen Kiesgruben im Münchner Osten.

Inhalt :
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Zur Seite: <Kristallingesteine und Metamorphite aus den Zentralalpen und der Grauwackenzone>

granitmarmor tegernseer_marmor korallenkalk juliergranit quarz pseudotachylit
Allgemeines zu Gesteinskunde und Herkunft der Geschiebefracht der Isar:
farbige Isarkiesel
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Farben von Kieselsteinen -
Den größten Anteil nehmen Gerölle mit verschiedensten Grautönungen von fast weiß bis dunkelgrau ein. Auch gelbliche bis bräunlichgraue Farben sind oft vertreten. Es sind meist Kalkgesteine aus der Trias.
Bunte, meist rötliche bis rote Gesteine, kamen vorwiegend im Jura zur Ablagerung.
Graugrüntöne weisen auf kreidezeitliche Sandsteine hin, während grünliche Kristallingesteine den Zentralalpen entstammen.
Quarze sind meist milchig weiß.
Gefügemerkmale
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Gefügemerkmale -
Isarsteine weisen häufig charakteristische Strukturmerkmale auf.
Die Korngrößen reichen von feinstkörnig (keine Komponenten erkennbar) bis grobkörnig, wobei die Komponenten sehr gleichartige aber auch ganz unterschiedliche Größen aufweisen können.
Meist leicht erkennbar ist auch, ob die Komponenten kristallin ausgeprägt oder sedimentärer Herkunft sind.
Auch die stoffliche Zusammensetzung kann recht gleichförmig aber auch sehr vielfältig sein.
Die Anordnung der Gesteinskomponenten kann unregelmäßig, sortiert, laminiert oder geschichtet sein.
Diese petrographischen Merkmale können meist gut zur Bestimmung der Gesteine herangezogen werden.
calcitische Klüfte
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Gänge - " Adern " -
Bei tektonischer Beanspruchung , z.B. in der Nähe von Störungszonen, können Gesteine zerbrechen, die Brüche nennt man Klüfte.
Werden diese von kalkhaltigen Lösungen durchströmt, so können die Kluftspalten im Laufe der Zeit ganz mit Calcit ausgefüllt werden.
Kieselige Gesteine des Kalkalpin sind besonders spröd und daher oft reich an (verheilten) Brüchen.
Klüfte und Gänge in Gneisen und Schiefern des zentralalpinen Bereiches sind nicht mit Calcit sondern mit meist milchig trübem, fettglänzendem Quarz gefüllt.

Im Bild ein schwarzer, stark klüftiger Ruhpoldinger Radiolarit.
Alter: Oberer Jura (Malm)
spröde Deformation:
Bruchstruktur
Bruchtektonik
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(Klein) Tektonik
Die Alpen sind durch die relative Nord (west) bewegung des Südkontinentes Gondwana, bzw. der vorgelagerten Adriatischen Platte in Richtung Eurasische Kontinetalplatte entstanden.
Die dadurch bedingten Deformationsstrukturen im Gebirge sind nicht nur in den über viele Kilometer sich erstreckenden Großfalten und Überschiebungen nachweisbar sondern oft auch bis in den kleinsten Bereich in den Kieselsteinen " eingefroren ".
Je nach Tiefenlage und Temperatur zum Zeitpunkt der Einwirkung der tektonischen Kräfte sind spröde Bruchstrukturen oder plastische Fließ- und Faltenstrukturen im Gestein ausgebildet.
plastische Deformation:
Faltenstruktur
Tektonik Falte
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Hauptgeschiebe
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Häufigkeit von Kieselsteinen -
Der weitaus größte Anteil an der Geschiebefracht der Isar besteht aus Sedimentgesteinen der Triaszeit.
Es sind vorwiegend Flachwasserkalke und Dolomite sowie Riffkalke, die in den Randbereichen eines Urmeeres namens Tethys gebildet wurden.
Sie gehören vorwiegend dem Hauptdolomit (inkl. Plattenkalk) sowie dem Wettersteinkalk an.
Als Farben herrschen Grautöne in allen Abstufungen vor.
Ammonitenabdruck
Fossilabdruck
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Fossilien -
Mit etwas Glück kann man Fossilien (Versteinerungen) bzw. deren Abdrücke finden.
Besonders (makro-)fossilreich sind neben Gesteinen der Kössener Schichten solche der Allgäuschichten(=Liasfleckenmergel) sowie manche Gesteine des Helvetikum und der Molasse.
Hier als Beispiel ein Gestein mit einem Ammonitenabdruck (evtl. Juraphyllites),das wohl den Allgäuschichten angehört.
Alter: Unterer Jura (Lias - Pliensbachium ?)
Fossile Pflanze ?
Was wie ein Zweig aussieht ist in Wahrheit die Lebensspur eines sedimentfressenden Tieres.
Hier ein pflanzenähnliches Tunnelsystem von sich verzweigenden Freßgängen (Chondrites).
Spurenfossil
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Calcitzement
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" Krater " auf der Steinoberfläche -
Auf geschotterten Wegen und in Kiesabbauen findet man häufig Kalkausscheidungen auf der Steinoberfläche.
Schotterkörper werden von kalkhaltigen Grund- und Sickerwässern durchströmt.
Der gelöste Kalk fällt in den Zwischenräumen zwischen den Kieseln aus.
Schreitet dieser Prozess voran, d.h. werden die Hohlräume immer mehr durch diesen calcitischen Zement ausgefüllt, so verfestigt sich der Schotter.
Es bildet sich ein Konglomerat.
Direkt an den Berührungsflächen der einzelnen Gesteine kann kein Kalk ausfallen, so dass runde Löcher ausgespart bleiben.
schichtenfolge
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Herkunft der Kieselsteine
Die Schotterbänke der Isar sowie die eiszeitlichen (pleistozänen) Schotter der Münchner Ebene (ein " fluvioglazialer", also aus Schmelzwasserflüssen gebildeter, Schuttfächer ) enthalten Material der Schmelzwasserinhalte aufgearbeiteter Moränen sowie früheres Schottermaterial (der Riß- u. Mindeleiszeit) von Isar- und Inngletscher.
Die Gletschervorstösse reichten in den letzten Eizeiten bis weit ins Alpenvorland.
Die Herkunft der Gesteine, die aus den Moränen stammen, kann aufgrund der glazialen Herkunft bis in die Gegend von St. Moritz verfolgt werden. Siehe: <Transportweg des Inngletschers>.
Der Schotterkörper der Münchner Schiefen Ebene liegt heute vorwiegend als würmzeitlicher Niederterrassenschotter vor, nur an wenigen Stellen (z.B zwischen Berg am Laim und Ismaning) widerstand älterer Hochterrassenschotter der Abtragungswirkung der würmzeitlichen Schmelzwasserfluten.
Die Skizze zeigt die Endmoränenzüge der maximalen Ausdehnung der Gletscherzungen in der Würmeiszeit und der Rißeiszeit sowie angedeutet den Transportweg des Moränenmateriales.
Geologie Isaroberlauf
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Geologie (Nördl. Kalkalpen und Vorland)
Die Isar durchquert im Alpenbereich zum größten Teil Schichten der Trias (vorwiegend Wettersteinkalk und Hauptdolomit) sowie Jurakalke. Der Hauptdolomit nimmt den flächenmäßig überwiegenden Teil in den nördlichen Kalkalpen ein. Schichten der Kreidezeit und des Tertiärs (Molasse) tragen in untergeordnetem Maß zur Vielfalt der Gesteinsfracht bei.
Ein Großteil des Materialtransportes nach Norden fand in den Eiszeiten mit dem Isargletscher als Moränenmaterial statt.
Der kristalline Anteil an der Geröllfracht (hauptsächlich Gneise) entstammt ausschliesslich dem von Gletschern herangeschafften Moränenmaterial. Es sind somit Gesteine enthalten, deren Herkunft bis an den Alpenhauptkamm und südwestlich bis in die Schweizer Alpen hinein reicht. Siehe: <Geologie der westl. Ostalpen>
schichtenfolge
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Stratigraphie (Schichtenfolge)

Die auf der Seite " Sedimentgesteine " beschriebenen Kiesel aus den Nördlichen Kalkalpen und nördlich anschliessender Gebiete wurden im Mesozoikum und Känozoikum abgelagert.
Sie sind soweit dies möglich ist in chronologischer Reihenfolge aufgelistet.
Die für die zeitliche Gliederung verwendeten geologischen Begriffe (z.B. Tertiär, Trias, Skyth, Anis, Ladin , Rät usw.) sowie die grobe zeitliche Einordnung finden sich in der <Stratigraphischen Tabelle>.
Klassifikation: Die Bestimmung einer größeren Anzahl charakteristischer Kieselsteine ist relativ einfach möglich, die korrekte Zuordnung vieler anderer Gesteine ist aber nicht so einfach durchzuführen.
Der Grund dafür ist, dass zu unterschiedlichen Zeiten ähnliche Ablagerungs- bzw. Bildungsbedingungen vorherrschten, welche darum zur Bildung sehr ähnlicher Gesteine geführt haben. Dies trifft z.B. auf die große Gruppe der mehr oder weniger " grauen Alpenkalke " aus der Trias zu.
Für die genaue Bestimmung bzw. der stratigraphischen Zuordnung bedarf es petrographischer und paläontologischer Methoden wie z.B. mikropaläontologische Auswertung des Fossilinhaltes, mikroskopische bzw. polarisationsmikroskopische Untersuchung des Mineralbestandes sowie chemische Analysen.
Zur Seite: [Sedimentgesteine] (Geschiebe aus den nördlichen Kalkalpen und dem Alpenvorland)

Quartär, Tertiär:
<Kalktuff> <Lößkindl> <Konglomerat> <Flinz> <Bausteinschichten> <Cyrenenschichten> <Turritellenmergel> <Enzenauer Marmor> <Nummulitenkalk> <Lithothamnienkalk>
Kreide:
<Grünsandstein> <Flyschkalkstein> <Flyschsandstein> <Reiselsberger Sandstein> <Kieselkalk> <Cenoman-Brekzie> <Tratenbachschichten>
Jura:
<Tegernseer Marmor> <Radiolarit> <Aptychenschichten> <Hierlatzkalk> <Bunter Jurakalk> <Adneter Schichten> <Liasfleckenmergel> <Allgäuschichten> <Hornsteinkalk>
Trias:
<Riffschuttkalk> <Korallenkalk> <Schillkalk> <Hauptdolomit> <Hauptdolomitbrekzie> <Ölschiefer> <Rhytmitit> <Onkolith> <Raibler Sandstein> <Raibler Rauhwacke> <Wettersteindolomit> <Messerstichkalk> <Dasycladaceenkalk> <Wetterstein-Riffkalk> <Alpiner Muschelkalk > <Buntsandstein>
Zur Seite: [Kristallingesteine] (Gesteine aus den Zentralalpen und der Grauwackenzone)

<Alpen-Geologie> <Juliergranit> <Quarz> <Gneis> <Flasergneis> <Amphibolit> <Metatektischer Gneis> <Glimmerschiefer> <Granodiorit> <Gabbro> <Metabasalt> <Basalt> <Porphyrit> <Eklogit> <Granatamphibolit> <Serpentinit> <Ultramafit> <Pseudotachylit> <Rhyolith> <Hornblendegarbenschiefer> <Ganggestein> <Marmor>.

Ergänzung (Anthropogene Einträge etc.): <Ziegelstein> <Malmkalk> <Kalkofenbeschickung >
Dank, Impressum, Literatur, Links, Copyright

Herzlichen Dank an alle Unterstützer, insbesondere Prof. G. Propach, Prof. H. Heinisch (Uni Halle), Prof. H. Miller, K. Kment und T. Fohr.
Ich übernehme keine Gewähr für die vollständige Richtigkeit der Inhalte.
Ich freue mich über Anmerkungen zur Seite (Hinweise, Berichtigungen, Lob etc.) !

Impressum, Kontakt:
Kontakt bevorzugt per Mail an: info[at]isar-kiesel.de

Bernhard Bayer
8I675  München, Kirchenstr. 24
Tel: O I72 6O I6 78O
Mail: info[at]isar-kiesel.de

Literatur:

Die einzige zum Thema Isarkiesel erhältliche sehr informative Publikation:
Grundmann G. , Scholz H.(2006): Kieselsteine im Alpenvorland , Chr. Weise Verlag

Ein allgemeines Werk zur Gesteins- und Mineralbestimmung:
Schumann W. (1990): Der neue BLV Steine- und Mineralienführer, BLV - Verlag

Geschiebe aus dem Norden:
Rudolph F. (2007): Strandsteine, Sammeln und Bestimmen, Wachholtz Verlag

Geologische Wanderbücher:
Kment K. (2004) : Von Bad Tölz zur Isarquelle - Wanderungen in die Erdgeschichte (16), F. Pfeil Verlag
Meyer R. K. F. , Schmidt-Kaler H.(1997): Auf den Spuren der Eiszeit südlich von München, östlicher und westlicher Teil -
Wanderungen in die Erdgeschichte (8) und (9), F. Pfeil Verlag

Zur Geologie der bayerischen Alpen:
Geologische Karte von Bayern 1:500.000 und Erläuterungen, 1996 (S. 188 - 235)
Herausgeber: Bayerisches Geologisches Landesamt (Umweltministerium)
Scholz H., Scholz U.(1981): Das Werden der Allgäuer Landschaft, Verlag f. Heimatpflege, Kempten

Zur Entstehung der Alpen (Schwerpunkt Westalpin):
Marthaler M. (2005): Das Matterhorn aus Afrika, Ott Verlag

Gesamtüberblick zur Geologie der Alpen:
Pfiffner O.A. (2009): Geologie der Alpen, Haupt Verlag (UTB)

(Sehr begrenzte Auswahl an über den Buchhandel z. Zt. erhältlicher Literatur.
Bei tiefergehendem Interesse siehe die Literaturverzeichnisse in den angegebenen Werken)

Geowissenschaftliche Links: (auf externe Seiten)

Entstehung der Alpen, Paläogeographie, Eiszeiten usw. : www.geologie.ac.at/RockyAustria/rocky_austria.htm
Umfangreiches Wissen zu Mineralogie, Paläontologie, Gesteinskunde und Geologie: www.mineralienatlas.de
Geologische Beschreibung des Vorkarwendel (DAV Sektion Hochland): www.sektion-hochland.de/Geologie/geologie-vorkarwendel.html
Eiszeiten und Geschiebe - Kristallingesteine in Norddeutschland: www.kristallin.de
Strandsteine an der Ostseeküste: www.strandsteine.de/Gesteinsbereich.htm


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